Sie alle sind Kommunikationsexperten. Sie alle kommunizieren seit Ihrer Geburt Tag für Tag. Sie alle leben davon, dass Ihre Kommunikation funktioniert, zunächst privat, seit vielen Jahren aber auch beruflich.

Das geht gar nicht anders. Wer nicht kommuniziert, ist allein, wer nicht kommuniziert, findet nicht statt, wer nicht kommuniziert, ist wirkungslos. Wer nicht kommuniziert, wird nicht einmal vermisst. Das war schon seit Einführung der Sprache so, aber mit der aktuell wirkungsvollsten Veränderung unserer Welt, nämlich ihrer Entmaterialisierung, hat es sich noch einmal dramatisch verschärft.

Sie wissen darum auch: Kommunikation ist mehr als das Hin- und Hersenden von Signalen. Und nicht nur das Senden ist dabei eine aktive Leistung, sondern auch das Empfangen, genauer: das Verstehen. Selbst wenn es gut läuft, muss man immer wieder „nachjustieren“, damit sich die kleinen Missverständnisse nicht akkumulieren.

Der Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick sagt: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ Das heißt: Irgendeine Botschaft sendet man immer. Aber ist es die richtige? Der Soziologe Niklas Luhman sagt: „Kommunikation ist unwahrscheinlich.“

Wie also soll man eine Organisation, wie können wir hunderte, tausende Menschen so trainieren, dass UnternehmensKommunikation nicht nur wie gewünscht gelingt, sondern auch gewünschte Wirkungen (durch Käufe, Beitritte, Likes auf Facebook, die Rücksendung von Fragebögen, etc.) hat? Wie können wir in einer Welt, deren Pluralisierung, Fraktalisierung, Singularisierung und Vernetzung unaufhaltsam explodieren, Kommunikation stringent, konsistent, dauerhaft und fokussiert anleiten, vorgeben und steuern?

Ganz ehrlich: wir können es nicht.

Niemand kann das.

Das heißt: Niemand kann das mit den technokratischen Methoden von gestern.

Was sind aber dann die Methoden von heute, oder eigentlich von morgen?

Es hat sich inzwischen gezeigt, dass es sehr wohl eine Möglichkeit gibt, in der systemischen Komplexität von Welt zu bestehen und mit all ihren Implikationen zielgerichtet zu interagieren. Und zwar, indem man dem lebendigen System Welt ein anderes lebendiges System gegenüber-, oder besser zur Seite stellt: ein Denksystem, eine Gedankenwelt, die es dem Einzelnen und in der Summe einer Organisation (ob Familie, Staat oder BKK) ermöglich, sein/ihr Denken, Kommunizieren und Handeln flexibel auf Einflüsse reagierend auszurichten.

Das ist die Idee, die hinter dem Schlagwort des strategischen Managements steht, nämlich starre Reglements durch Visionen, Missionen, Identitäten zu orientieren, um sie nicht als Vorgaben, sondern als Muster zu nutzen, die Orientierung geben. Als Muster, die es allen auf allen Ebenen in allen Fällen ermöglichen, aus dem zentralen Warum die Fragen nach dem Was muss/ kann/ soll Wie gedacht, getan, ausgesendet werden zu beantworten. Individuell. Situationsbezogen. Stimmig.

Ein Markierungsprozess ist einzuleiten, der es einer Organisation ermöglich, ein Selbstbild, Leuchttürme und Muster zu entwickeln, die sämtliche Kommunikationen der Unternehmung nicht nur gelingend, sondern zielgerichtet werden lassen, idem sie sich daran ausrichten können. Denn das ist das Entscheidende für eine Unternehmenskommunikation, die Imageaufbau, Markenführung, Orientierung nach innen und außen zum Ziel hat: sie muss focussiert, deutlichst, konsistent, vor allen Dingen aber selbstähnlich, also sich selbst verstärkend wahrgenommen werden um dauerhaft zielgerichtet zu wirken.

Man, Sie, Wir alle brauchen also ein Denksystem (eine Identität), dass jeden im Unternehmen zu jeder Zeit in jeder Lage in die Lage versetzt, die Frage nach dem Warum seines Denkens/ Handelns/ Kommunizierens zu beantworten, die Frage nach dem Was deshalb nun zu denken/ tun/ kommunizieren ist aufzulösen und zu wissen Wie konkret dieses Denken/ Handeln/ Kommunizieren zu erfolgen hat. Denn nur die stimmige Ausrichtung und Ausführung all dieser Markierungsmaßnahmen ermöglicht den Aufbau eines Images.

Ich fasse zusammen: Ohne eine klare Definition dessen, was das eigentliche Wesen eines Marketingtreibenden ausmacht, ist Imagebildung und damit die Basis für eine aktive Abgrenzung (von Dritten, vom Wettbewerb) und (Markt-)Erfolg nicht wirkungsvoll durchsetzbar. Diese Definition ist die Antwort auf die Frage nach dem grundsätzlichen „Why“, dem Warum und Wozu der Existenz eines Unternehmens, daraus, woran das Unternehmen glaubt und je stärker die Methoden (How) und Aktionen und Kommunikationen (What) des Unternehmens seinem inneren Wesen, seinem Why entsprechen, desto größer wird die Treue der Kunden und übrigens auch der Mitarbeiter sein.

Doch dazu demnächst mehr…

Und hier das ganze per Video –> Klick!