Fraktali-, Partikulari-, Entmateriali- und viele andere Sierungen sind Schuld: die moderne Moderne hat das Leben, das Universum und den ganzen Rest postmodernisiert: Konsum ist Etzetenz,  Kommunikation ist Sein, Big Data ersetzt Empathie, Intuition und echtes Interesse. Und es zerbröseln nicht nur die Institutionen, sondern Wert an sich. Was ist noch was wert, was von Bedeutung, was wichtig?

Nein, besser war’s früher nicht, aber einfacher: der Schaffner war Respektsperson, der Lehrer eine Instanz, die Bankangestellte eine Spezialistin (danke, Herr Dueck für den Begriff Flachbildschirmrückseitenvorleser), die Russen böse, Obama Friedensnobelpreisträger, der Polizist Staat, der Papst unfehlbar. Also mehr noch bzw. anders: früher war es nicht unbedingt besser, aber es war berechenbarer und damit gefühlt sicherer. Denn auf was kann man sich heute noch verlassen, was bleibt, was gilt noch, was ist bewahrenswert, was ist echt, was überdauert, für was lohnt es sich zu kämpfen, was ist etwas wert?

Dieser Zustand bringt Probleme mit sich. Für den Einzelnen, aber erst recht für Unternehmen, denn die Entwertung hat auch und gerade sie erfasst. Die Marke als Religionsersatz? Lustige Idee, Herr Bolz, aber das glauben Sie doch selbst nicht mehr, oder? Yves St. Laurent-Design wird für Apple die „iVerpuffung“ nicht aufhalten, Austauschbarkeit und Beliebigkeit die Regel, Hype das Minimum.

Doch ist das schlimm? Oder bedeutet es einfach, dass es keine Abkürzungen mehr (oder jedenfalls weniger) zu Wahrhaftigkeit, Echtheit, Wertigkeit (große Worte, aber um die geht es doch, oder?) gibt? Dass Wert nicht einfach da ist, sondern immer wieder neu erarbeitet werden muss und nicht ewig (also, äh, lange) bleibt? Dass nichts wirklich sicher ist und die Sicherheit Augenwischerei? Das Berechenbarkeit ein Traum, dass das Streben nach Antifragilität alternativlos ist? Für Menschen und auch und gerade für Organisationen und Untnehmen?

Ja.