{Heute: statt Trump (will Bombenwerfen) oder Buffon (beschimpft Schiri) oder einen anderen Promi-Nutzomaten zu replizieren, soll es heute mal ein3 ganz alltägliche Entscheidung, nämlich die, Blut zu spenden, sein, die hier per Nutzomat abgeleitet wird. Dieses oder anderes zieht ein Blutspender ins Kalkül bevor er sich auf die Pritsche des roten Kreuzes legt:}

„Also, ich hasse Spritzen. Erst recht in diesem komischen Mobil und noch erst rechter, wenn sie mir von so einer resoluten Dame wie der da gesetzt werden. Kein gutes Gefühl, kein Prozessnutzen nicht nirgends, gar nix. Ob das die 20 Euro Ergebnisnutzen wert ist und die ganze aufgewendete Zeit und meine Aufmerksamkeit, die ich hierauf und für die Anfahrt und überhaupt aufwenden muss – na, ich weiss nicht. Was hätte ich nicht alles tun können, wieviel entgangenen Nutzen hätte ich anderweitig realisieren können, wenn ich nicht hierher zu Spenden gegangen wäre. Oh Mann. Aber ich mache es einfach immer wieder, weil ich es wichtig finde, dass es einer macht. Ich würde mir untreu werden, wenn ich nicht regelmäßig was von mir für die Allgemeinheit hergeben würde und das brächte mich nicht gut drauf und mir eine ganz schöne Schippe Persönlichkeitkosten ein. Nein, darauf kann ich verzichten. Lieber will das gute Gefühl der Selbstbestätigung, der Selbstvergewisserung und des Wissens darum, dass ich zumindest heute auf die Gute Seite gehöre, haben. Das ist mir ein sehr wertvoller Persönlichkeitsnutzen, den ich daraus ziehe. Prosumtionsnutzen natürlich auch. Denn mit meiner Spende wächst die Chance, dass es für mich oder mir lieb Seiende Blutnachschub gibt, wenn ich bzw. Sie es brauchen. Das gibt Sicherheit und die ist mir was Wert. Genauso wie das gute Gefühl, etwas für die Allgemeinheit getan zu haben, aber das erwähnte ich ja schon. Vielleicht ernte ich ja auch etwas Wohlwollen von anderen, wenn ich von meiner Spendebereitschaft erzähle. Das mag ich auch. Zumindest die Vorstellung, dass mir derartiger Respekt gebührt. Ich bin nämlich ein guter Mensche und das können und sollen ruhig alle wissen. Und auch und gerade und abschließend: meine Minuten hier bei Blutspende sind ein gutes Argument, heute nicht einkaufen gehen zu müssen, also im Grunde entgangene Transaktionskosten, denn: ich hasse einkaufen…“

{So entscheiden Menschen: Sie wägen (mal kognitiv, mal intuitiv, mal beides zusammen) tatsächliche und potentielle positive und negative Folgen von Alternativen gegeneinander ab und wählen diejenige, die den höchsten Summanden verspricht. Dabei werden Ergebnis–, Prozess–, Persönlichkeits– und Prosumtionsnutzen addiert und gegen finanziellen Aufwand und andere Ergebnis–,Prozess–, Persönlichkeits– und Prosumtionskosten aufgerechnet. Ob bewusst oder unbewusst, ratio– oder emotional, gezwungen oder frei: der so festgestellte Transaktionswert wird dem Transaktionswert von Entscheidungsalternativen gegenübergestellt. Die Ausdifferenzierung der verschiedenen Möglichkeiten ist handlungsleitend. Vor diesem Hintergrund verspricht es, zumindest unterhaltsam zu sein, Entscheidungen der aktuellen Weltgeschichte nachzuvollziehen.}