Das sagten wir in den 0er-Jahren und so steht´s auch ungefährt ((immer) noch) in Wikipedia: Community Management ist die Form der Führung einer Online-Community, wobei es als Bindeglied zwischen dem Seitenbetreiber und den Benutzern fungiert. Die Aufgaben eines Community Managers sind hierbei vielschichtig und gehen von der Moderation eines Forums bis hin zu Maßnahmen zur Vergrößerung oder Aktivierung der Gemeinschaft. Nach diesem „alten“ Verständnis trifft sich eine Community also im Rahmen eines Webangebotes eines Community Organizers und wird dort gehegt und moderiert. Wer mehr darüber wissen will, wie das damals so alles war und dabei bestimmt immer noch einiges Schlaues für das Jetzt ableiten möchte, kann ja mal bei Howard Rheingold oder Derek Powazek nachlesen.

Das könnte insbesondere für jene interessant sein, die heute – wie ich kürzlich überrascht und ein wenig verärgert mitbekommen habe – wieder verstärkt gesucht werden: die Community Manager. Aber nicht die ausgebildeten, erfahrenen Manager, sondern: die Community Manager- PRAKTIKANEN! Das hat natürlich damit zu tun, das Community Management heute tatsächlich weithin als etwas anders angesehen wird, als noch vor 15 Jahren. Heute geht es in erster Linie um´s Kontakthalten, Feedbackgeben, Kommentarelöschen, also um das Hassausmisten, Reaktionsquotenhalten, Fakenewsfiltern und somit um einfaches Handwerk auf den vielen verschiedenen Plattformen. Und dafür wird eben viel Manpower gebraucht, die nicht viel kosten darf; Praktikanten halt, Webarbeiter-Prekariat, das die Vernetzung des Anbieters mit seinen Stakeholdern regelt, dafür sorgt, das er in deren (Awareness-, Relevant- und anderen) Sets vorkommt, relevant ist und bleibt.

Aber gut und richtig ist das bei allem Verständnis für die finanziellen und anderen Zwänge nicht. Denn tatsächlich geht es um mehr als die Technisierung der Vernetzung des einen mit vielen. Es geht um die immensen Chancen, wenn diese Vielen als über den einen Vernetzte verstanden und damit wieder als Community im „alten“ Sinn behandelt werden. Dann geht es nämlich ganz schnell um das selbstähnliche Austarieren, Ausbauen und Pflegen von Gemeinschaft vieler mit vielen um ein Thema, ein Anliegen, ein Subjekt, also im Besten Fall den Anbieter selbst herum; über Plattformgrenzen hinaus! Das aber geht nicht mit prozessoptimierten Handlangern, sondern nur dann, wenn die Praktikanten zu echten Community-Managern in Ausbildung geadelt und auch so behandelt werden. Community Management ist richtig verstanden sicherlich auch Handwerk, aber immer auch harte, vieldimensionale Beziehungsarbeit und die ist zunehmend der Kern jedes Brandingprozesses (dazu, warum das so ist, vielleicht demnächst mehr). Und der ist mehr wert als kümmerliche Praktikanten-Saläre. Oder?